Mutmachtexte 21. Mai 2020

Das macht mir Mut … 

dass wir uns insgesamt entschleunigen

dass wir den kleinen Spaziergang durch die erwachende Natur entdecken

dass wir die „Systemrelevanten“, Verkäuferinnen, Pflegerinnen, Krankenschwestern, Betreuerinnen (weit über 70% der in den entsprechenden Berufen Arbeitenden sind Frauen!) Ärzte*innen wertschätzen

dass wir die Kranken, gesundheitlich Beeinträchtigten, Alten verstärkt in den Blick nehmen

dass so viel ehrenamtliche Hilfe angeboten wird: Einkaufsdienst, Mundschutz nähen, Mini-Konzerte von Balkon, vor den Pflegeheimen, im Internet

dass wir uns gegenseitig „Bleib gesund!“ zurufen!

Schade nur, dass es dazu erst dieses winzige, unsichtbare Ding brauchte…

Bleibt alle gesund und behütet und haltet irgendwann nach dieser Krise einmal inne und erinnert euch…

Wiltrud-Ulrike Mühlbauer, Laatzen-Mitte schrieb uns das schon vor einiger Zeit. Vielleicht hilft uns die Erinnerung daran auch in dieser Zeit, wo es schon Lockerungen gibt und trotzdem viele von uns sehr verunsichert oder frustriert sind.

Beate Pohl aus Rethen schreibt: 
Ein anderer Text – macht er auch Mut?? Ich weiß es nicht.
Aber ich finde ihn gut. Und – die Frage ist berechtigt.
Läßt nachdenken – lockt Wünsche – macht demütig.
Aber macht hoffnungsvoll – und erwartungsvoll. 

 ONLINE
Ich schaue Gottesdienste online
sehe Live-Streams dann und wann
höre Podcasts hin und wieder
lausche Predigten und hoffnungsvollen Worten
Trost gibt es online und noch viel mehr
Aber, hey Gott,wann kann ich endlich
wiederoffline gehen?
Berührungen, Umarmungen, Trost, Begegnungen …live spüren, 
fühlen, genießen, hören, sehen …?
Ach, Gott, diese Frage muss sein: wann?
OFFLINE!? 
Theresia Bongarth, In: Pfarrbriefservice.de https://www.pfarrbriefservice.de/file/online

Gottesdienst Zuhause 10.05.2020

Die Internetseite der Kirchenregion Laatzen, auf der die Videogottesdienste über Ostern waren, wird jetzt wieder bespielt. Ab Samstag früh ist dort ein musikalischer Gruß zum Sonntag Kantate (10.5.) zu finden. Zum Sonntag, 17.5. und zu Himmelfahrt am Donnerstag, den 21.5.wird es dort Videogottesdienste geben. Die Adresse lautet: https://kirchenregion-laatzen.de/ „

Und hier wie immer der Gottesdienst Zuhause als PDF

Neue Mutmachtexte

Johannes 16  Vers 33

„Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Dieses Bibelwort hat mich in meinem Beruf als Krankenschwester begleitet und vieles Unbegreifliche aber nicht begreiflich gemacht.  Trotzdem ist es eines meiner mir wichtigsten Bibelworte. 

„In der Welt habt ihr Angst“. Sie gehört auch zu meinem Leben. Ich spüre, wie sie manchmal von mir Besitz ergreift. Gerade jetzt in dieser Zeit, die uns, so fühle ich es, überrollt hat. Da ist die Sorge und die Angst um die Familie und Freunde und auch um mich.

 „Aber seid getrost.“ Diese drei Worte geben mir Geborgenheit und Wärme. Darin fühle ich mich gehalten und getröstet. Dieses „Getröstetwerden “ befreit mich. Ich kann wieder klarer denken und handeln.

 „Ich habe die Welt überwunden“. Diese Worte schenken mir Vertrauen, lassen das, was mir  Angst macht, leichter werden. Ich bin dankbar, wenn meine Gedanken in angstvollen Situationen diese Johannes-Wort finden und mir Kraft geben. Auch in entspannten Momenten. So erging es mir vor ein paar Jahren an der Ostsee. Da war in Greifswald  in der wunderschönen renovierten Marien-Kirche der Bibelvers vor dem Kreuz mir ganz nah. 

Auch jetzt wird mich dieser Bibelvers durch die Zeit tragen.

„Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst;

 aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Beate Pohl

St. Petri Rethen

“Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.”
(Mt18,20)

Diese Worte aus dem Matthäusevangelium sind uns bekannt und in jeder Eucharistiefeier finden sie neue Wertschätzung. Doch in diesem Jahr steht die österliche Zeit überall im Schatten von Corona.

Gottesdienste fallen aus und sind für die meisten von uns ein schmerzlicher Verlust.

Unser Leben an sich, aber auch unser spirituelles Dasein mit den liebgewordenen Kontakten in unseren Gemeinden läuft auf Sparflamme.

Eucharistiefeiern per Fernsehen oder am Computer konnte ich mir so gar nicht vorstellen. 

Und doch bin ich zur Feier der Osternacht per Livestream in St. Oliver gelandet und zu den folgenden Gottesdiensten sehr gern geblieben.

Ostern war in diesem Jahr anders und vielleicht werden wir auch an Pfingsten noch nicht wieder zum gewohnten und vertrauten Gemeindeleben zurückgekehrt sein, doch wir dürfen uns darauf verlassen, dass die Worte Jesu auch weiterhin ihre Gültigkeit haben werden, wenn wir uns  – wie auch immer – zu einem Gottesdienst zusammenfinden.

Er ist und bleibt in der Mitte all derer, die ihn suchen und teilen.

Gaby Bessen aus St. Theresia Birkenwerder

Foto Gaby Bessen

Mutmachtexte

Beater Pohl aus Rethen hat diesen Text gefunden und schreibt: Ein wunderbarer Text aktuell für diese Zeit. 

Österliche TageEs entfällt die Gründonnerstagsliturgie.
Wir können einander nicht
die Füße waschen als Zeichen der Liebe,
doch wir waschen füreinander 
unsere Hände.
Wir brechen nicht gemeinsam das Brot,
doch der Mensch lebt nicht
vom Brot allein, und wir teilen,
was wir sind –
und Gott ist mitten unter uns. 

Es fällt aus der Karfreitagsgottesdienst,
doch Leid, Kreuz und Tod
prägen die Tage vieler.
Ohnmächtig und stumm
sehen wir hin voller Solidarität,
dürfen manchmal zum Ertragen stärken –
und Gott ist mitten unter uns.

Karsamstag – Grabesruhe
breitet sich über das Land;
in Not und Schweigen
entdecken wir einander neu –
und Gott ist mitten unter uns.

Ostersonntag ohne Feuer im frohen Kreis,
doch es brennt weiter unser Herz,
streckt sich aus nach dem der anderen,
Gemeinschaft belebt sich neu –
und Gott bleibt mitten unter uns.

Ostern findet statt.
© maria Sassin

Johannes Bonkat aus Grasdorf schickt uns diesen Text:

Nur Mut 

Der Husarengeneral von Ziethen war im siebenjährigen Krieg einer der tapfersten und bedeutendsten Generäle. Friedrich der Große mochte ihn besonders gern und lud ihn immer wieder in seine abendliche Tischrunde ein. So auch an einem Karfreitag. Von Ziethen ließ sich entschuldigen, er wäre unabkömmlich, da er zum Abendmahl ginge. 

Eine Woche nach Ostern saß von Ziethen dann wieder an der Tafel Friedrichs des Großen. Mitten in der Unterhaltung unterbrach Friedrich der Große das Gespräch und sagte zu von Ziethen: „Na, mein Lieber von Ziethen, wie ist ihm denn das Abendmahl am Karfreitag bekommen, hat er den Leib und das Blut Christi auch ordentlich verdaut?“ Gespannte Stille. Von Ziethen erhob sich: „Königliche Majestät, Ihr wisst, dass ich bereit bin, auf Euren Befehl alles einzusetzen, Leben, Leib und Gut. Aber es ist noch eine Majestät über Euch, die lasse ich nicht antasten. Ich gebe Euch einen Rat, Majestät: Wenn Ihr dem Volk und den Soldaten diesen Heiland abspenstig macht, grabt Ihr Euch selbst das Grab. Halten zu Gnaden, Majestät!“ Die ganze Versammlung hielt den Atem an und wartete ängstlich, was nun kommen würde. Der König erhob sich, legte seine Hand auf die Schulter des Generals und sagte: „Von Ziethen, glücklicher von Ziethen. Um einen solchen Glauben beneide ich ihn!“

„So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ (Hebräer 13,15)

 (Entnommen aus „Voller Freude und Gelassenheit“ zum 06.04. von Axel Kühner)

Copyright:

Axel Kühner, Nur Mut; in: ders., Voller Freude und Gelassenheit. 365 Andachten. © 2011 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 4. Auflage 2018, S. 101.

Karin Seidler aus der Thomasgemeinde schickt uns diese mutmachenden Gedanken: 

Vertrauen macht Mut

In einem Telefonat mit einer Freundin sprachen wir über unsere Möglichkeiten in dieser Coronazeit. Ich war verzagt, meine Freundin zuversichtlicher. Sie sagte.    „Erinnere dich an die Krisen deines Lebens und was dir half sie zu bewältigen.“ Welch ein guter Gedanke! Ja, meine Lebenskrisen fielen mir sofort ein und nach und nach auch das, was mir heraus half. Ich war meiner Freundin sehr dankbar, fühlte mich gestärkt und mutiger, das Vertrauen wuchs.Wie so oft in meinem Leben fiel mir dann  glücklicherweise auch ein passendes Lied ein:“ Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn du Gott bist mit uns, dass wir leben“. (EG 607)

Und wenn das Vertrauen doch wieder schrumpft, ermutigen mich folgende Zeilen von Susanne Niemeyer:

„Worauf man vertrauen kann: Dass die Sonne aufgeht. Dass es ergiebiger ist an Gott zu glauben als nichts zu glauben, denn das Nichts hat nicht viel zu bieten. Dass Radfahren auch ohne Stützräder möglich ist. Dass es Rettung gibt. Dass das Leben heller wird, wenn man beschließt, die Enttäuschungen in den Wind zu streuen. Dass zu tun als ob, ein Anfang ist. Dass die Sterne auch dann da sind, wenn man sie nicht sieht, dass die Erfahrung manchmal eine gute Ratgeberin ist. Dass Vertrauen die einzige Alternative ist, wenn man nicht verrückt werden will.“ 

Aus: Susanne Niemeyer/Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt, Kreuz-Verlag 2013, Seite 14