Aktuelles

Kirchweihfest

Verehrte Lesende,

hier noch die Gedanken des Vorsitzenden der Kirchenvorstandes zur 60-jährigen Kirchweihe

60 Jahre Kirchweihe Grasdorf

In 2019 jährt sich die Kirchweihe der St. Marienkirche zu Grasdorf zum 60ten Mal. Grund genug, dies am 19.09. um 18 Uhr mit einem besonderen Ereignis zu würdigen. Also merken Sie sich diesen Termin gern schon einmal vor. Wir haben ein paar Zeitzeugen befragt, die seit der 30-jährigen Kirchweihe unsere Gemeinde begleitet haben. Hier die Gedanken des 1. Vorsitzenden Ralph Beerbom. Auf unserem Internetauftritt (www.sankt-marien-grasdorf.de) lesen Sie gern weitere Gedanken von unserem Superintendent Brandes, dem langjährigen Kirchenvorstand Jürgen Kayser, Pastor Busse sowie Pastor Straeck.

Liebe Gemeinde und Nachbargemeinden,

seit ca. dem 4. Jahrhundert werden Gebäude / Kirchen feierlich seiner liturgischen Nutzung übergeben. In diesem Jahr erinnern wir uns in Grasdorf daran, als vor 60 Jahren unsere zerstörte und wieder aufgebaute Kirche feierlich geweiht und in Gänze seiner Nutzung übergeben wurde.

Die St. Marienkirche wurde 1736 erbaut und im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Dem ehrgeizigen Willen der Gemeinde ist es zu danken, dass unmittelbar nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen wurde. Vor allem, da nicht nur die Kirche sondern auch fast alle anderen Häuser in Grasdorf zerstört waren und die Bewohner auch Ihre eigenen Häuser wieder aufbauen mussten.

Trotz dieser extremen Schwierigkeiten, welche die Nachkriegszeit prägten, wurde es mit diesem Ehrgeiz und Gottes Hilfe geschafft, am 10. April 1949 einen Konfirmationsgottesdienst in der Kirche zu feiern. Die Kirche war noch nicht vollständig fertig… u.a. wurde die Glocke geliehen und der Fussboden fehlte noch. Auch durch die Währungsreform waren die finanziellen Mittel sehr begrenzt. Viele Arbeiten wurden später durch materielle Spenden weiter geführt. Historische Dokumente dazu, finden Sie auf unserer Website.

Wir vom Kirchenvorstand sind sehr stolz auf die damals beteiligten Bürger und deren Familien, Flüchtlinge welche die Mauern der Kirche mit aufgebaut haben, Firmen die unsere Gemeinde unterstützt haben und all denen die sonst noch zum Wiederaufbau beigetragen haben. Unsere Kirche ist heute ein lebendiger und offener Mittelpunkt in unserer Gemeinde ist. Allen gebührt unsere größtmögliche Anerkennung.

Zitat des Kirchenvorstand vom 03. Juni 1949…

„Bittet, so wird Euch gegeben…“ / Matthaeus 7

Unser Dank gilt auch denen, die sich auch heute mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement in unserer Gemeinde engagieren, die uns durch Spenden und uns auch finanziell unterstützen wie u.a. die Stiftung Ev. Dorfkirche St. Marien. So ist es unserer Gemeinde heute noch möglich, notwendige Projekte rund um die „Kirche“ umsetzten zu können.

St. Marien, wir wünschen Dir, bleib mit Gottes Kraft noch lange unsere offene, lebendige Dorfkirche.

„…suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“ / Matthaeus 7

Ralph Beerbom

Kirchenvorstand -Vorsitzender-

Stimmen zum 60-jährigen Kirchweihfest

Liebe Leserinnen und Leser, hier finden Sie wie in der Zeiten und Zeichen angekündigt weitere Stimmen langjähriger Wegbegleiter Ihrer und unserer Gemeinde.

10 Jahre Pfarramt in St. Marien

Vor fast 10 Jahren begann ich meine pfarramtliche Tätigkeit in St. Marien. Nach dem segensreichen Wirken meines Vorgängers Pastor Henning Busse veränderte sich das Aufgabenfeld von mir erheblich. Erstmalig reduzierte sich mein Stellenanteil in Grasdorf um 50%, so dass ich die weiteren 50% zu einer vollen Pfarrstelle in der Nachbargemeinde Thomas in Laatzen-Mitte übernahm. Unsere St. Mariengemeinde ist zu klein geworden, als dass ihr wie in den Jahrhunderten zuvor eine volle Pfarrstelle zustünde. Die vor über 40 Jahren entstandene Tochtergemeinde Thomas, die Arche, ist die größte Gemeinde Laatzens. 

Und ich blicke zurück mit großer Freude, in zwei recht unterschiedlichen Gemeinden wirken zu können. Wir hier in Grasdorf haben unsere wunderschöne alte Dorfkirche, in der sich Menschen aller Generationen wohl fühlen. In der Arche haben wir ein sehr ansprechendes Kirchenzentrum, welches in seinem Kirchraum vielfältige Möglichkeiten für unterschiedliche kirchliche Veranstaltungen bietet.

Tradition und Moderne, altes Liedgut gesungen in St. Marien in den Gottesdiensten und gleichzeitig zeitgemäße Lieder erklingen zu lassen, alles zur Ehre Gottes, all das ist in unserer Kirche möglich.

Die Konzerte erinnere ich, vom Gesang russischer Sänger bis zum Violinsolo, vom großen Chor bis zum Kammermusikensemble, Musik des Musikzuges bis zum Bläserkreis des Musikkreises. Manche Schulorchester haben hier schon ihre Auftritte gehabt.

Eine neue Glocke konnten wir 2011 im Beisein unseres damaligen Patrons in den Glockenturm einführen und dem bis dahin dreiglockigen Geläut hinzufügen. Die Turmbekrönung haben wir unter dem Beisein einer großen Öffentlichkeit vor 2 Jahren in neuem Glanz erstrahlen lassen. Der alte Kirchturm hat nun seine Stabilität wieder erhalten und ist „runderneuert“. Die Orgelsanierung steht noch an. In der schönen Kirche haben wir seit 2010 zwei Holzreliefs links und rechts vom Altar, Maria und Johannes. Eine Namenstafel erinnert im Turmeingang an die großzügigen Spender, die über die Stiftung Dorfkirche St. Marien für den Erhalt der alten Kirche gesorgt haben.

Ich kann nur sagen, ich bin mit „Leib und Seele“ in dieser Gemeinde und in unserer schönen alten Kirche. Morgens, wenn ich aus dem Pfarrhausfenster zur Kirche herüberschaue, danke ich unserem Gott dafür, dass wir in Grasdorf dieses Kleinod haben dürfen und hoffe, dass diese Kirche so wie jetzt stabil eines Tages in ein weiteres Jahrhundert gehen kann und noch vielen Menschen Trost, Kraft, Einkehr und Gottesnähe spenden wird. 

Pastor Burkhard Straeck 

Zum Jubiläum der Grasdorfer Kirche:

Patronatsfest – Pilgerkirche – Prädikanteneinführung: zu den unterschiedlichsten Anlässen führte mein Weg in die Grasdorfer Kirche.

Das Ereignis, das mich am tiefsten bewegt hat, ist die Glockenweihe im Jahr 2011 gewesen. Die offene Grasdorfer Kirche ist eine Einladung zur Einkehr; aber wenn die Glocken nicht zum Gebet rufen, kommen nur die, die den Weg in diese Kirche kennen. Der Glockenklang ist ein hörbares Zeichen für Gottes Gegenwart in dieser Welt – und die Erinnerung daran, wer uns unsere Lebenszeit geschenkt hat: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ 

Diese Inschrift der jüngsten Glocke im Turm der Grasdorfer Kirche erinnert daran, dass unsere Zeit in Gottes Ewigkeit geborgen ist. So kündet ihr Klang nicht nur, was uns die Stunde geschlagen hat, sondern richtet die Mutlosen auf, tröstet die Trauernden, erfreut die Glücklichen und begleitet die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg.

Gott segne alle, zu denen der Ruf dieser Glocke dringt.

Detlef Brandes
Superintendent

Grasdorf 1997 bis 2009

Die Pfarramtsjahre in Grasdorf waren für mich die Zeit, in der Beruf und Familie eng zusammen gehörten. Kindergarten und Schule, Familienfreizeiten und Kindergottesdienst, Konfirmandenarbeit und Jugendgruppe passten zur eigenen Lebenssituation. Grasdorf war ein Ort der Freund- und Nachbarschaften. Kirche und Lebenswelt waren nah beieinander. Wie die Kirche so ehrwürdig und heimelig im Dorf lag, war sie ein Symbol, dass das Leben – so bewegt es auch ist – trotzdem behütet wird. Diese Kirche predigte durch ihre bloße Erscheinung, wofür sie stand.

Aber trotz aller guten Tradition bildeten sich an ihr natürlich alle Tendenzen des modernen Lebens genauso ab. Die Lebensthemen sind komplexer geworden, die Einstellungen wandelbarer. Die Menschen erschließen sich einen viel größeren Radius, in dem sie leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Die Tradition einer Kirche im Dorf genügt nicht, wenn sie nicht Schritt hält. Es war gut, unter den Laatzener Kirchengemeinden die Verbindungen auszubauen und das Miteinander zu stärken. Die Gemeinden entwickelten ein Bewusstsein, gemeinsam Kirche für die Stadt zu sein.

Freundlich und offen muss diese Kirche für alle Menschen sein, auch für die Zugereisten, die Andersdenkenden oder die zufälligen Besucher wie Radfahrer, Paddler und Messegäste. Viele erleben aus ihrem eigenen Blickwinkel die Grasdorfer Kirche als etwas Besonderes, einen Ort des Glaubens, der Ästhetik, der Kultur und der Begegnung. Sie hebt sich ab. Sie ist ein Zeichen für bleibende Gewissheiten und ein Symbol für das, was Sinn und Wert hat.

Hoffentlich werden sich immer Leute finden, die diesen Ort zu etwas Besonderem machen wollen. Menschen- und Gottesbegegnungen sind möglich, wenn Menschen hier die eigenen Lebensthemen, ihr soziales Engagement und ihre geistliche Anliegen miteinander teilen. Als bergend und Geborgenheit vermittelnd habe ich die Grasdorfer Kirche und Gemeinde immer erlebt und wünsche sie mir anspruchsvoll, tiefgründig und zugleich weitherzig und freundlich. Eine Kirche sehe ich vor mir, die ehrwürdig und zugewandt bei den Menschen ist, damit viele hier finden, was sie interessiert, erfreut und für ihr Leben bereichert.

Henning Busse

In der Wahlperiode ab  1994 war ich zunächst KKT-Mitglied für St. Marien, bevor ich im Jahre 1995 als Folge des plötzlichen Ausscheidens von Herrn Uhrich als KV-Mitglied nachrückte. Die KV-Arbeit mit Rainer Blume als Nachfolger des KV-Vorsitzenden Uhrich war geprägt  von den Bemühungen, die mit dem Abgang von P. Klein im Frühjahr 1995  vakant gewordene Pfarrstelle möglichst bald durch den KKV wieder besetzen zu lassen. In Erinnerung ist mir auch das leidenschaftliche Engagement des Patrons Siegfried Hanach von Alten in dieser Angelegenheit.

Herr Besser als Sup verwies jedoch immer wieder auf das Votum des Landeskirchenamtes, das die Neubesetzung von konkreten personellen Einsparungen im Kirchenkreis abhängig machte.

Beeindruckend war der Einsatz von P. Frey als Vakanzvertreter, dem ein provisorisches Büro im Gemeindehaus eingerichtet worden war. Herr Frey wohnte in Egestorf/Kirchdorf nahe Barsinghausen, zeigte aber vorbildliche Präsenz in Grasdorf mit der Folge, dass die Aktivitäten in den Gruppen und Kreisen in keiner Weise Beeinträchtigungen erfuhren. Sein treuer Hund war in den KV-Sitzungen immer dabei, musste aber während der Erledigung der Tagesordnungspunkte im „Büro“ verweilen, bevor er dann mit Beginn des inoffiziellen Teils des Abends in den Saal entlassen wurde, wo er uns dann freudig begrüßte.

Im Herbst 1996 war es dann soweit. Die Pfarrstelle wurde ausgeschrieben; etliche Bewerber meldeten sich. In lebhafter Erinnerung ist mir eine Fahrt nach Niedernstöcken mit Rainer Blume und Jutta Nixdorf, wo wir in der dortigen Kirche inkognito am 15.12. den traditionellen Adventsgottedienst um 18 Uhr besuchten, um den Bewerber P. Busse in Augenschein zu nehmen. Trotz Dunkelheit und provisorischem Kerzenschein wurden wir sofort – wie mir viele Jahre später Frau Busse als Gottesdienstbesucherin gestand – als „Spione aus Grasdorf“ identifiziert. Das Ergebnis des Auswahlverfahrens ist bekannt.

Die Jahre ab 1997 waren im KV sodann bestimmt von den anstehenden Landverkäufen im Erdbeerfeld und den damit finanziell möglich gewordenen umfangreichen Renovierungsarbeiten, die die Kirche einschl. Orgel und das Pfarrhaus betrafen und im wesentlichen von Herrn Dr. Schippke seitens des KV betreut wurden.

Ab dem Jahr 2000 war über einige Jahre hinweg einer der Schwerpunkte der KV-Arbeit die mit der Bildung der Kirchenregion Laatzen für St. Marien Grasdorf verbundenen Konsequenzen. Das Verhältnis zu den Nachbargemeinden war nicht frei von Spannungen, verursacht auch immer wieder durch scheinbar durch den KV Grasdorf initiierte Anträge auf Umpfarrungen zugunsten unserer Gemeinde. Da gab es in den zahlreichen Ausschusssitzungen, z.T. begleitet von fremden Honorarkräften als „Fachberater“, schon Begehrlichkeiten, Grasdorf als deutlich kleinste Gemeinde mit rechnerisch nur einer halben Pfarrstelle „in die Schranken zu verweisen“. Das ist überstanden.

Bleibt noch im Gedächtnis die festliche Glockenweihe im Mai 2011, verbunden mit der Fahrt zum Guss der Glocke nach Sinn in Hessen im vorhergehenden Februar und dem Abschluss der Glockeninstallation im Juli.

Mit den besten Grüßen
Jürgen Kayser


Gottesdienst – Ein Ort zum Auftanken?

Was sagen Gemeindeglieder zum Gottesdienst? Ein kleiner Ausschnitt …

„Ich gehe gern in den Gottesdienst, weil ich dort noch mehr über Gott höre und das mir Nahrung gibt. Außerdem treffe ich dort nette Leute und ich kann einfach ich sein. Ich finde in Gottesdiensten schön, wenn viel Musik gespielt wird“. (Mädchen, 13 J.)

„Für mich ist es ganz wichtig, zu mir zu kommen. Auch wenn man sagt: Gott ist überall. In der Kirche, im Gottesdienst, ist eine besondere Atmosphäre, die mir hilft, gesammelt zu sein. Aus Gottes Wort schöpfe ich Kraft für die Woche. Der Sonntagsgottesdienst ist für mich über die Jahre ein liebgewonnenes Ritual geworden. Das trägt und stützt einen gerade dann, wenn es einem mal nicht so gut geht. Besonders wichtig ist für mich im Gottesdienst, Ruhe zu finden und Stille. Die Lieder im Gottesdienst sind mir auch sehr wichtig. Danklieder, Loblieder und Vertrauenslieder in Gemeinschaft zu singen, tut mir gut. Es dürften noch mehr fröhliche und moderne Lieder aus dem neuen Liederbuch gesungen werden. Auf jeden Fall gibt es immer wieder Sonntagsgottesdienste, an denen ich durch die Predigt persönlich angesprochen werde und mir das dann ganz nahe geht und mir Kraft und Auftrieb für mein Leben schenkt“. (Frau, 51 J.)

Herr K.: Was bedeutet Ihnen der Gottesdienstbesuch?

„Es ist sicher ein gewisses Maß an Routine und Tradition. Das gehört zum Sonntag einfach dazu. Schon in der Kindheit sagte jemand zu mir: Nicht jedes Mal „bringt“ dir der Gottesdienst was. Aber wenn du regelmäßig da bist, ist immer mal wieder etwas für dich dabei“. 

Gibt es etwas, was Ihnen besonders wichtig ist am Gottesdienst? 

„Es ist die Predigt. Sie hilft mir biblische Texte, besser zu verstehen“.

Vermissen Sie etwas im Gottesdienst?

„Schade finde ich, dass es nicht gelingt, mehr jüngere Menschen zu motivieren, in den Gottesdienst zu kommen. Denn der Gottesdienst ist das Zentrale im Gemeindeleben für mich und sollte deshalb von der gesamten Gemeinde getragen werden. Bei mir ist das ganz selbstverständlich gewesen, in den Gottesdienst hineinzuwachsen. Vom Kindergottesdienstkind zum Kindergottesdiensthelfer und zum Mitarbeiter in der Gemeindejugend, so dass mir die Abläufe im Gottesdienst vertraut waren. Je älter ich werde, desto wichtiger ist mir der traditionelle Gottesdienst“. (Mann, 82 J.) 

„Der Gottesdienst ist das, was ich brauche, um geistliches Leben zu leben. Der Gottesdienst bewegt und bringt mich dazu, das zu sein, was Gott von mir haben will und fordert. Hier werde ich erneuert durch den Heiligen Geist. Ich kann es auch so sagen: Der Gottesdienst gibt mir die Kraft, das Leben, das mir von Gott gegeben ist, zu etwas neuem umzugestalten. Gottesdienst ist das, was mir Gott vom Himmel schenkt. Denn die Verbindung zu Gott hin brauche ich. Das habe ich mein Leben lang erlebt. In der Verbindung mit Gott kommen Zweifel und Hoffnung, Freude und Aussichtslosigkeit in Einklang“. (Mann, 61 J.)

Viele verschiedene Äußerungen zum Gottesdienst und warum er den Befragten wichtig ist. Es ist doch toll zu wissen, dass in der ganzen Welt am Sonntag Gottesdienst gefeiert wird, in allen Sprachen und Kulturen. Das schafft eine spirituelle Gemeinschaft – auch und gerade über die eigene kleine Ortsgemeinde hinaus. Christliche Gemeinden in aller Welt feiern in ihren Sprachen, mit ihren Liedern, Gebeten und Ausdrucksformen in aller Welt Gottesdienst. In ihm geschieht Wesentliches für den Glauben und die Kirche: Hier hören Christen das Wort Gottes und nehmen Impulse für Ihren Alltag mit, hier feiern sie gemeinsam das Heilige Abendmahl und nehmen Menschen durch die Taufe in ihre Gemeinschaft auf. Wie verschieden die sonntägliche Feier auch gestaltet wird: Der Gottesdienst verbindet die weltweite Christenheit und ist Zeichen der Ökumene.

Im Gottesdienst versammelt sich christliche Gemeinde. Er ist Ausdruck und Erfahrung der Gemeinschaft, zu der uns Gott verbindet. Zugleich kommt jeder als einzelner mit seiner Geschichte, seinem persönlichen Hintergrund, seinen Fragen. Ganz unterschiedlich ist, was jeder mitbringt, sucht und für sich mitnimmt. Als einzelne werden die Christen inmitten der Gemeinschaft angesprochen, begegnen einander und kommen zu sich selbst.

“Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!” (Matthäus 11,28). Jesus lädt die Menge der Menschen ein. Und er verspricht: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen” (Matthäus 18,20). Was Jesus damals tat, geschieht auch heute im Gottesdienst: einladen und ermutigen, trösten und heilen, zurechtweisen und fordern. Menschliches Leben mit allen Licht- und Schattenseiten hat hier seinen Platz und kommt vor Gott zur Sprache.

“Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes”. Das ist Vorzeichen und Maßstab. Gott selbst begegnet im Gottesdienst – in menschlichen Worten und Zeichen. Was wir erleben, hören und sehen, weist über das Sichtbare hinaus. Der Gottesdienst leitet an, überall auf Zeichen der Gegenwart Gottes zu achten.

Alltägliches bekommt im Gottesdienst tieferen Sinn und wird zum Ausdruck des Glaubens. Das beginnt mit dem Gang zur Kirche und setzt sich fort im Gang zum Abendmahl: aufzubrechen aus der gewohnten Welt, sich aufzumachen und Stärkung zu empfangen. 

Die äußere Haltung drückt die innere aus oder hilft, zu ihr zu finden: Sitzen fördert die Entspannung und Konzentration, Aufstehen drückt Ehrerbietung aus, aber auch Freiheit und Entfaltung. Das Niederknien ist ein Zeichen der Ehrfurcht und der Demut, eine Geste des Empfangens.

In der Mitte des Gottesdienstes steht das Hören. Denn es geht um das Evangelium, die gute Nachricht. Was für unser Leben entscheidend ist, das können wir uns nicht selbst sagen. Hören bedeutet, fremde Worte mit eigenen Erfahrungen in Verbindung zu bringen und sich anzueignen. So deuten Worte der Bibel das eigene Leben und helfen, es in einem neuen Licht zu sehen. Als Angesprochene finden wir Antwort: in den eigenen Gedanken, im gesprochenen Gebet, im Bekenntnis und in der Umsetzung des Gehörten.

Je mehr auf Auge und Ohr eindringt, desto wichtiger wird das Schweigen. Die Stille ermöglicht es, sich für Gott zu öffnen, ein Wort oder Bild in sich aufzunehmen, aber auch den Stimmen im Inneren zu lauschen und zu sich selbst zu kommen.

Singen verbindet Fühlen und Denken. Es befreit und entlastet. Mitsingen heißt sich einstimmen in das Lob Gottes und auf die anderen hören. Der Gesang der Gemeinde ist eine wichtige Form, am Gottesdienst beteiligt zu sein. Daneben hat Musizieren seine eigene Bedeutung. Musik dringt über das Ohr in die Seele, sie bringt in Bewegung, innerlich und manchmal auch äußerlich.

Im Abendmahl wird erfahrbar, wie freundlich Gott ist. Das Brot, das wir täglich zum Leben brauchen, und Wein oder Traubensaft werden zum Zeichen des Lebens, das Gott schenkt. Christus selbst teilt sich aus, wenn Brot und Wein ausgeteilt werden. Im Gebet nehmen Christen teil an den Sorgen und Nöten anderer. 

Bei den Geldsammlungen wird darum gebeten, mit Notleidenden zu teilen.

Und übrigens: Es ist eine große Bereicherung, unterschiedliche Predigerinnen und Prediger (Pastor*innen, Prädikant*innen, Lektor*innen) zu erleben und zu hören. Hier in St. Marien haben Sie dazu die Gelegenheit. Nicht nur der Ortspastor freut sich über eine entsprechende Gottesdienstgemeinde, sondern ebenso die Gastprediger. Und die haben viel zu sagen!

Wann sehen wir uns denn im Gottesdienst? Seien Sie herzlich willkommen und schauen Sie einfach mal vorbei. Wir freuen uns auf Sie. Sonntags um 10 Uhr und am 2. Sonntag im Monat um 18 Uhr ist Gottesdienst. 

P.S. Im der kommenden Ausgabe der Zeiten und Zeichen erhalten Sie noch ein paar weitere Informationen – also eine kleine Fortsetzung „in Sachen Gottesdienst“.

Pastor Burkhard Straeck

Auf dem Weg nach Ostern

Auf den Weg nach Ostern haben wir uns mit den Kindern der Evangelischen Kindertagesstätte Grasdorf während der 14 Tage vor Ostern gemacht.

Durch das Erzählen vom Leben Jesu in den Gruppen ist Jesus den Kindern gut bekannt. 

Vor Ostern haben wir dann auf dem Außengelände des Kindergartens Jesus mit bunten Tüchern den Weg nach Jerusalem gelegt.

Ein Kind spielte Jesus und 12 Weitere seine Jünger, die mitten durch die „ Hosianna “ rufenden Kinder unter unserem Bambus nach Jerusalem einzogen.

Ein paar Tage später konnten wir in der Kirche erleben , wie Jesus den Tempel von Händlern gereinigt hat und haben mit geholfen, die Waren vor die Kirchentür zu tragen. 

In Kleingruppen haben wir gehört, wie Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen hat und damit zeigen wollte, dass er wirklich alles für die Jünger und für alle Menschen tut, damit es ihnen und uns gut geht.

Der Höhepunkt war dann vor Ostern die Feier des Tischabendmahls im Gemeindesaal von St. Marien, das wir in Erinnerung an das erste und letzte Abendmahl mit Kindergarten- und Hortkindern an einer langen Tafel mit Brot und Traubensaft singend, hörend und andächtig gefeiert haben. 

So vorbereitet konnten wir fröhlich Ostern feiern.

Aktuelle Termine des Männerkreis

30.3. – Ökumenisches Männerfrühstück, St. Oliver, 9 Uhr
9.4. – Führung durch die Pagode (Kloster der Buddhisten)
14.5. – Peru, Machu Pichu und Inkas , Grasdorf, 19 Uhr
25.6. – Grillen zur Jahresmitte, 5,- p.P., Grasdorf, 19 Uhr
9.7. – Sommerpause
13.8. – Sommerpause
10.9. – Wanderung zum Wiesendachhaus, ab Gemeindehaus, 11 Uhr
8.10. – Singen und Summen, Grasdorf, 19 Uhr
12.11. – Besuch der Liberalen Jüdischen Gemeinde, Hannover-Leinhausen
10.12. – Weihnachtsfeier, 5,- p.P., Grasdorf, 19 Uhr